Die Chronik des Hauses

oder.........Das Paradies stellt sich vor

 

Das Gebäude, in welchem sich das jetzige Hotel "Zum Paradies" befindet, wurde ca. 1880 erbaut.

Bis 1892 wurde das Gebäude als Sägemühle genutzt.
1892 wurde es dann zum Verwaltungsgebäude der Siebertaler Schwerspatmühlen umgebaut.
Ein paar Jahre darauf, genau im Jahre 1903 wurde das Gebäude zu einer Gaststätte umgebaut.
Die ersten Wirte waren F. Krüger und Otto Müller.

Aber auch damals schon war es nicht einfach sich als Gastronom zu etablieren und die beiden gingen 1911 bankrott.

Wilhelm und Minna Puzicha übernahmen die Waldgaststätte und verhalfen dem Gasthaus "Zum Paradies" zu gastronomisch großem Ansehen.


Weit bekannt war zum Beispiel der vorzügliche Bohnenkaffee von Minna Puzicha in den 20er Jahren.
Die Tasse Kaffee kostete damals 20 Pfennig.
Sonntags sind die jungen Burschen aus Herzberg ins "Paradies" gewandert um dort Kaffee zu mahlen.
Als Lohn gab es von Minna ein Glas Bier.

In den 30er Jahren war die zahme Hirschkuh "VITA"
die Attraktion im "Paradies"

Sie wurde von den Puzichas mit der Flasche groß gezogen und fuhr sogar des öfteren mit dem Bus nach Herzberg.

Sie wurde mehr bestaunt, als so manche Sehenswürdigkeit in der Umgebung.

Nach einigen Recherchen meinerseits stieß ich auf einen Bericht, daß die Busfahrten der Hirschkuh "VITA" auf einen Aprilscherz zurückzuführen sind.
Am 1. April stand ein Bericht mit Foto in der Zeitung, daß genannte Hirschkuh wie bereits erwähnt, des öfteren mit dem Bus nach Herzberg fahren würde.
Daraufhin gab es einen wahren "VITA"- Tourismus ins Siebertal ....eine geniale Werbeidee würde man heute dazu sagen.
In den Köpfen der Bevölkerung hat sich dieser Bericht festgesetzt und wurde durch Erzählungen an die nachfolgenden Generationen weiter gereicht.
Selbst heute noch reden alteingesessene Herzberger und Sieberaner davon und schwören Stein und Bein, daß dies so war.

Großen Schaden erlitt das Haus im zweiten Weltkrieg.
Wilhelm Puzicha wurde mit seiner Frau Minna und seinen Kindern von den Amerikanern des Hauses verwiesen und verbrachte eine Weile in den Siebertaler Wäldern, bis er mit seiner Familie wieder in sein total verwüstetes Haus zurückkehren konnte.

1950 übergab der mittlerweile 73 jährige Wilhelm das "Paradies" an seinen Sohn Ewald.
der das Haus in ein Hotel umbaute und sehr erfolgreich führte.

Die Ära Puzicha endete 1971 mit dem Verkauf des Hauses an die Familie Uhl.
Ewald Puzicha verstarb 1999 im gesegneten Alter von 93 Jahren.
Sein Bruder Herbert Puzicha feierte am 20. September 2001 seinen 90. Geburtstag natürlich in seinem geliebten Paradies.

Josef Uhl lebte bis zu seinem Tode im November 2011 mit seiner Frau bei seinen Kindern in Potsdam. Auch er hat fast 90 Lebensjahre geschafft.

Am 25. Februar 1991 übernahm ich mit meiner Frau, der Restaurantmeisterin Angelika Klutt das Hotel "Zum Paradies"
Wir renovierten das Gebäude umfassend und bauten das Haus zu einem 3 Sterne Komfort-Hotel um.
Bei der ersten Erhebung der DEHOGA- Bewertungskommission wurde uns der 4.Stern nur wegen einer nicht vorhandenen Hotelbar verwehrt.

Von der IHK Hannover-Hildesheim wurden wir für unser überdurchschnittliches Ausbildungsengagement ausgezeichnet.
Im Paradies haben schon reichlich junge Nachwuchskräfte im Restaurant- und Küchenbereich ihre Ausbildung genossen und sind heute europaweit tätig, z.T. schon in Führungspositionen.

 

Am 19. Januar 2004 um 23:00 Uhr stürzte nach langen, starken Schneefällen eine ca. 160 Jahre alte Buche durch tonnenschwere Schneelast auf das Paradies.

Das Haus entkam nur knapp einer Kastastrophe.

Der Schaden hielt sich gottseidank in Grenzen und alles wurde schnell wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.


Am 25. Februar 2011 feierten wir unser 20 jähriges Betriebsjubiläum, sowie 100 Jahre Gasthaus/Hotel Paradies.

Am 25. Februar 2016 feierten wir unser 25 jähriges Jubiläum.

Herzliche Grüße aus dem wunderschönen Siebertal
Ihre Familie Klutt